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Unbenanntes Dokument

Von Rittern und Legenden



Der Name dieses Felsens ist darauf zurückzuführen, dass der Liebesgott Amor schon zu Ritterszeiten seine Finger im Spiel hatte.
Ein Raubritter war in die Gemahlin des Ritters von Ouren verliebt.
Er wollte sie mit einem klug ausgedachten Fluchtplan entführen. Hierzu hatte er sein Ross neu beschlagen lassen, jedoch verlangt, dass die Hufeisen verkehrt angebracht wurden.

Bei einer möglichen Verfolgung hätten die Suchenden nur eine Spur aufgefunden, die genau in die entgegengesetzte Richtung führte. Ritter und Gnädigste trafen sich wie verabredet in der Dämmerung am Fuß der Burg.
Ihre Flucht wurde jedoch bemerkt und die Verfolgung sofort aufgenommen.
Den deutlichen Hufschlag der neuen Eisen auf dem Felsboden konnten die Verfolger wahrnehmen und die Flüchtigen oben auf dem Felsen einholen.
Da für beide die Gefangenschaft der sichere Tod bedeutete, gab der mutige Ritter - der heutige Weg bestand damals noch nicht - seinem Pferd die Sporen, und mit einem gewaltigen Satz stürzten alle drei von der Spitze des Felsens in die Tiefe bis ins Wasser der Our.
Reiter und Reiterin überlebten den Sturz unversehrt, das treue Ross brach sich die Beine.
Der Ritter, der als Dank gelobte eine Kapelle zu errichten, wurde vom Blitz erschlagen, weil er sein Gelöbnis nicht einlöste.





Illustration: Gemälde von Roger Greisch, heute zu sehen im Ourener Hotel Rittersprung
Foto: Der “Absprungfelsen” am Ortseingang

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